April 2019

Fotogilde feiert 40-jähriges Bestehen

Am 11. April 1979 um 20.00 Uhr treffen sich fünf Fotobegeisterte in der Hallengaststätte in Uelzen, die ihre Bilder nicht mehr nur in Fotoalben oder Schuhkartons ablegen wollen, sondern mehr aus dem Hobby machen und an sich arbeiten möchten, um sich von Knipsern zu Fotografen zu entwickeln. Dies ist die Geburtsstunde der Fotogilde Uelzen.
Als Hardware, wie man heute sagt, waren Messsucher- oder Spiegelreflexkameras im Einsatz, unterstützt durch einen Handbelichtungsmesser und viel Gespür für Licht, Farbe und Gestaltung. Fotografiert wurde auf Film, meistens Schwarz-weiß, und jedes unüberlegte Foto kostete Geld! Von Arbeitsweisen wie heute „30 Fotos mache ich, eins wird schon gut sein“ hatte man noch keine Vorstellung. Autofokus, Matrixmessung oder gar digitale Fotografie waren zu der Zeit noch keine Diskussionsgrundlage, ja kaum technisch vorstellbar!
Um die Kosten zu reduzieren legte man sich eine einfache Dunkelkammer zu. Aber damit begann auch oft die Faszination. Zu sehen, wie sich im Entwickler bei schummerigem Rotlicht langsam das weiße Blatt Fotopapier zu einem Foto aufbaute zog die Fotografen immer aufs Neue in einen besonderen Bann.
Übrigens scheint dieses Erleben und das bewusste Fotografieren der Grund zu sein für eine Renaissance der Analogfotografie, wie man das heutzutage nennt. Erstaunlicherweise werden junge Personen, die dieses nie kennengelernt haben, davon mehr angesprochen als solche Fotografen, die damit aufgewachsen sind. Warten wir es ab!
Bei den Hobbyfotografen der Fotogilde wird zurzeit allerdings fast ausschließlich digital gearbeitet. Die Möglichkeiten der modernen Hochleistungskameras wie auch die digitale Bildbearbeiten bieten kreative Spielräume, die man nicht mehr missen möchte. In Workshops werden dann die Erfahrungen ausgetauscht und vertieft. Selbst die Fotografie mit den Smartphones wird nicht mehr grundsätzlich abgelehnt, wenn man die Möglichkeiten und Grenzen der Geräte kennt und richtig einsetzen kann!
In den 40 Jahren durchlebte der Verein Höhen und Tiefen, er hat sich jetzt aber - nicht zuletzt durch die aktive Mitarbeit vieler Mitglieder sowie einem eigenen Auftritt in den neuen Medien - zu einem festen Begriff in der Uelzener Kunstszene etabliert.
Fast die gesamte Zeit hindurch, genau gesagt, seit 1980 ist die Fotogilde im „Komitee für internationale Städtepartnerschaft“ aktiv und der Austausch mit französischen Fotofreunden ist eine stabile Säule des Vereinslebens. Aber auch andere Unternehmungen wie Wochenendfotoausflüge, Fotowanderungen oder Praxisabende fördern die persönlichen Beziehungen innerhalb des Clubs.
In Ausstellungen an verschiedenen Orten in der Stadt und im Kreis Uelzen präsentieren die Fotobegeisterten ihre Werke und sind über positive Resonanz immer wieder erfreut!
So sehen wir den kommenden Jahren erwartungsvoll entgegen und werden sicherlich in weiteren 10 Jahren das 50-jährige Bestehen feiern können.

Bilder: