AZ-Artikel vom 11.11.08

Kopf der Woche

Feuer und Flamme fürs Fotografieren
Als vor fast 30 Jahren die Fotogilde Uelzen gegründet wurde, war Karl Rainer oder, wie ihn alle rufen: „Charlie“ Görke mit dabei. An digitale Fotografie war damals noch gar nicht zu denken. Einige seiner alten Kameras stehen bei der Ausstellung der Fotogilde in der Vitrine und Görkes Begeisterung beim Erzählen ist ansteckend. Einige Rollfilmkameras sind darunter, eine ganze Reihe Spiegelreflexkameras, darunter die erste Kamera überhaupt, die eine Blendenautomatik hatte. Verglichen mit heutigen Kameras sieht das alte Stück schon recht voluminös aus mit seinem außerhalb des Gehäuses liegenden Motor für die Optik. Aber unschlagbar schnell waren die alten Dinger, vorausgesetzt, man hatte einen Winder an seiner Kamera dran. Rund 30 Mitglieder zählt die Fotogilde Uelzen, allesamt sehr aktive Mitglieder. Mit dem Aufkommen der digitalen Fotografie ging es auch mit den Mitgliederzahlen wieder bergauf. „Wir treffen uns jeden 1. Donnerstag im Monat, klönen über Technik und fummeln uns in die Software ein.“ Jedesmal werden zwei bis drei Präsentationen erarbeitet, die sich sehen lassen können. „Früher hatte man die Fotos in Schuhkartons, und da blieben sie dann in der Regel auch.“

Begeisterter Fotograf: Karl Rainer Görke, Mitglied der Fotogilde Uelzen.

Foto Köhler-Götze

Görke selbst ist schon in der 7. Klasse an die Fotografie herangeführt worden. „Wir hatten in der Herzog-Ernst-Schule eine Foto-AG. Damals haben wir vor allem Schwarz-Weiß-Fotos gemacht. Der ganze Schulkeller hat immer nach Entwickler gerochen.“ 1974 erstand er dann seine erste Spiegelreflexkamera und wenig später kam ein eigenes Labor dazu. Seit er im Schuldienst ist, hat er versucht, seine Begeisterung für die Fotografie an die Schüler weiterzugeben und er bedauert es sehr, dass sein Stundenplan in diesem Jahr keinen Raum mehr für eine Foto-AG lässt. Seit 1980 pflegt die Fotogilde einen Austausch mit den Fotofreunden aus Bois-Guilleaume in Nordfrankreich. „Das ist einer der Höhepunkte im Vereinsleben.“, sagt Görke. Einmal geht es nach Frankreich, im Folgejahr kommen die Franzosen nach Deutschland. „Das ist immer verbunden mit einer Ausstellung. Der gastgebende Club gibt dabei ein Thema vor. Inzwischen sind da richtige Freundschaften entstanden und wir besuchen einander auch mal zwischendurch.“ Und außerdem wollen die Kontakte zu den Fotofreunden in Stade gepflegt werden. „Im Herbst fahren wir immer ein Wochenende mit Familienanhang weg und im Winter machen wir immer eine Wanderung.“ Dazu kommen Radtouren, Grillabende und Fotoausflügen. „Langweilig wird es uns nie.“, sagt Görke.
Jürgen Köhler-Götze

Bilder: