AZ-Artikel vom 10.11.08

Keine Amateure am Werk
Sogar Gäste aus Frankreich bei der Ausstellung der Fotogilde Uelzen

Von Jürgen Köhler-Götze

Die Zeiten der Kameras, die noch mit Film funktionieren, sind vorbei. Die Mitglieder der Uelzener Fotogilde schwören auf die digitale Fotografie. Die Möglichkeiten der Nachbearbeitung sind besser, lautet die Begründung.

Uelzen. Weitgereisten Besuch hatte die Fotogilde Uelzen anlässlich ihrer Fotoausstellung im Restaurant am Königsberg. Vier Gäste aus Frankreich waren extra aus diesem Anlass angereist und freuten sich, dass sogar Bürgermeister Lukat in seine Rede einige französische Sätze einbaute. Seit langem gibt es Freundschaften zwischen den Amateurfotografen aus Uelzen und Bois-Guillaume in Nordfrankreich, die weit über die Städtepartnerschaft hinausgehen. Amateurfotografen, das hört sich nach Knipsen und Hobby an. Die ausgestellten Fotografien aber ließen Amateuransprüche weit hinter sich. Besonders im Bereich der Makrofotografie konnte einen schon der Neid packen. Wer schon einmal versucht hat, eine Hummel in einer Blüte zu fotografieren oder die Tautropfen auf einem Grashalm formatfüllend aufs Bild zu bannen, weiß um die Schwierigkeiten. „Da steckt natürlich viel nachträgliche Bildbearbeitung drin.“, gibt Hans-Jürgen Schinke zu, aber genau darin liege ja auch ein gewisser Reiz. Von den Zeiten der Fotografie mit richtigen Filmen zeugen zwei Vitrinen mit historischen Kameras. Es sind schon rechte Technikfreaks, denn kaum bleibt man davor stehen, bekommt man einen Vortrag über die alten Rollfilmkameras oder die erste Kamera mit Blendenautomatik, „noch mit außenliegendem Steuerungsmotor für die Optik.“ Kaum einer aus der Fotogilde fotografiert noch mit Filmen. „Die digitale Fotografie bietet einfach mehr Möglichkeiten der Bildbearbeitung.“, sagt Karl Rainer Görke, Vorsitzender der Fotogilde. Fotoalben seien eigentlich überholt. Stattdessen erstellen die Fotografen aufwändige Präsentationen, die deutlich mehr Schwung haben als die Diashows, die sich Normalverbraucher auf dem heimischen PC anschauen können. Bürgermeister Lukat befand jedenfalls nach einer solchen Präsentation über die Stadt Uelzen, jetzt wisse er erst, wie schön Uelzen doch sei. Auch die jährlichen Ausstellungen, die immer im Wechsel zwischen Frankreich und Deutschland stattfinden, gehen zunächst als Dateien den Weg über die Grenze, wobei jeweils der gastgebende Verein ein Thema vorgibt. „Beim letzten Mal haben uns die Franzosen das Thema ‚Eier‘ vorgegeben. Da mach mal was draus.“, erinnert sich Görke schmunzelnd. Im kommenden Jahr wird’s nicht ganz so schwer. Einige Arbeiten zum Thema „An der Grenze des Tages“ waren in der Ausstellung bereits zu sehen, wobei vor allem einige Schwarz-Weiß-Fotos einen starken Eindruck hinterließen.

Karl Rainer Görke(2.v.l.), der Vorsitzende der Uelzener Fotogilde, war zufrieden mit der positiven Resonanz auf die Ausstellung.

Fotos: Köhler-Götze

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